Fortlaufende Berichterstattung über die wichtigsten Kennzahlen - Stand Ende August 2021

Im Interesse einer einfacheren Lesbarkeit werden in diesem Text ausschließlich sprachliche Formen eines Geschlechts verwendet. Ausdrücklich sind aber in jedem Fall alle Personen unabhängig von ihrem Geschlecht angesprochen.

Die Fixkosten des Dorfmobils werden rechnerisch über den Stundentarif von den Nutzern bezahlt. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Fahrzeug 114 Stunden pro Monat genutzt wird, oder im Durchschnitt 3,75 Stunden am Tag. Diese Zahl wird mittelfristig also angestrebt, weil sonst die Fixkosten beim heutigen Tarif nicht komplett abgedeckt sind. Vor allem durch die Corona Pandemie ist die Nutzung unter den Erwartungen geblieben. März bis Mai 2021 waren aber mal wieder gute Monate, nach einem schlechten Monat Juni war Juli wieder im Plan. August war dann, wie im letzten Jahr, der beste Monat des Jahres und hat den bisherigen Rekord von 132 Nutzungsstunden noch mal um 14% übertroffen. Diese Stundenzahl ist mit fast 5 Nutzungsstunden im Monatsdurchschnitt täglich wohl kaum zu übertreffen. September war auch sehr gut und das sechste Mal, dass die Sollzahl pro Monat übertroffen wurde. Die durchschnittliche Anzahl der Nutzungsstunden seit dem Betriebsanfang ist nun 91 Stunden/Monat.

Für die Zahl der Nutzungskilometer gibt es keine Zielsetzung, obwohl der Umwelteffekt des elektrischen Fahrens am Größten ist, wenn viele Verbrennerkilometer mit unserem E.Mobil ersetzt werden. In diesem Sinne streben wir so viele (ersetzte) Kilometer wie möglich an.

Die Wirtschaftlichkeit wird von jedem gefahrenen Kilometer unterstützt. Der Tarif von 0,10 € pro km ist ein paar Cent höher als die variablen Kosten (hauptsächlich Stromkosten). Mittlerweile sind 24.613 km von Nutzern gefahren worden oder 1231 km im Durchschnitt pro Monat. Der Monat August war auch in diesem Jahr wieder stark mit 2169 gefahrenen km, gerade unter dem Vorjahresrekord von 2186 km. September war mit 1132 km etwas unter Durschschnitt.

Das Dorfmobil wird im Durchschnitt 31 mal pro Monat genutzt – also gut einmal pro Tag. Jede Nutzung dauert durschschnittlich 3,0 Stunden und es werden pro Nutzung 40 km gefahren. Das sind durchschnittlich 13,6 km pro Nutzungsstunde.

Beim Dorfmobil haben sich bis Ende September 2021 35 Personen als Nutzer registrieren lassen. Davon haben im Monat August erfreuliche dreizehn Nutzer das Fahrzeug tatsächlich benutzt, die höchste Monatszahl seit der Einführung des Dorfmobils. Im September ist die Zahl der aktiven Nutzer wieder auf 6 herunter gefallen – den „harten Kern“ der Nutzergemeinschaft.
Ein Nutzer hat seine Registrierung beendet, so dass momentan 34 Personen als Nutzer registriert sind. Hinzu kommen noch 4 Personen, die noch im Anmeldeprozess sind.

Jeder Nutzer muss alle 6 Monate seinen Führerschein validieren lassen.  Wenn er das nicht macht, verliert er seine Fahrberechtigung – bis zur nächsten Validierung. In der Winterzeit haben verschiedene versäumt, den Führerschein zu validieren. Das wurde teilweise wieder nachgeholt. Die Anzahl der fahrberechtigten Nutzer mit validiertem Führerschein ist jetzt bei 22 Nutzern.

Das Betriebseinkommen oder der Nutzungsumsatz ist der Betrag, der von den Nutzern für die gemieteten Stunden und die gefahrenen km laut Tarif gezahlt wird. 2020 gab es dazu noch Sondereinküfte (siehe unten), die aber 2021 nicht so zu erwarten sind. Deswegen ist es wichtig, dass vom Betriebseinkommen die normalen Betriebsausgaben bezahlt werden können. Diese Betriebsausgaben sind 226 € Fixkosten pro Monat (Finanzierungskosten, Versicherung, TüV, usw.) plus die (variablen) Stromkosten. Insgesamt muss ungefähr 300 € im Monat an Umsatz erreicht werden, damit diese Kosten abgedeckt sind.

Der Monat August ist sowohl 2020 als 2021 der umsatzstärkste Monat – auch durch eine intensiveren Nutzung seitens der nicht-permanenten Einwohner von Barsikow. Der durchschnittliche Umsatz ist 312 € pro Monat. Dabei liegen die Wintermonate – auch pandemiebedingt – deutlich unter diesem Durchschnitt.

Betriebseinkommen minus Betriebsausgaben bilden das Betriebsergebnis – ohne Sondererträge. Wie auch im Vorjahr konnte im August ein Rekord Betriebsergebnis erreicht werden, diesmal von 187 €. Dabei ist die Anzahl der Nutzungsstunden der wichtigste Erfolgsfaktor. September war mit 90 € Betriebsergebnis der drittbeste Monat bis heute.

2020 hatten wir zwei Sondereffekte, die positiv waren: Die Anmeldegebühren der Neuanmeldungen (155 Euro) und nicht-bezahlte Stromkosten durch die Probleme mit der Ladebox (300 Euro). Diese 455 Euro werden wir 2021 nicht bekommen (nur geringere Anmeldegebühren). Deswegen müssen wir aus den Betriebseinnahmen (Stunden- und km-Preisen) unsere Kosten bestreiten. In Mai und im Juli haben wir neben Anmeldegebühren eine Spende empfangen von Personen, die unter widrigen Umständen (Wetter, Krankheit) mit dem Dorfmobil zu ihrem Ziel gebracht wurden.

Das kumulative reine Betriebsergebnis konnte durch die guten Monate August und September 2021 mit 293 € endlich deutlich in die schwarzen Zahlen wachsen.

Einschließlich der oben genannten Sondereffekte konnte bis Ende September ein Polster von 824 € aufgebaut werden. Zusammen mit der  Überfinanzierung (um 350 €) beim Kauf des Fahrzeugs haben wir nun in Prinzip eine Reserve von 1.174 €. Durch zeitliche Verschiebungen, zum Beispiel Zahlung der Nutzungsgebühren einmal pro Quartal und Versicherung einmal pro Jahr, kann das Banksaldo des Dorfmobils von diesem Stand abweichen.  

Der Stromverbrauch des Dorfmobils wird über einen extra Zähler im Alten Konsum Barsikow gemessen, also einschl. Eigenverbrauch des Ladesystems. Dieser Eigenverbrauch war außerordentlich hoch im April 2020. Es stellte sich dann heraus, dass die Ladebox defekt war, so dass diese ausgetauscht werden musste.

Es ist offensichtlich, dass der Stromverbrauch im Winter deutlich höher ist als im Sommer. Dabei spielt der Heizbedarf eine große Rolle. Bei der Reichweite spielt dann auch noch die Kapazität der Batterie mit, die schlechter wird bei niedrigeren Temperaturen. Dadurch kommt die Reichweite des Dorfmonbils bei voller Batterie an kalten Wintertagen unter 200 km. Im Sommer kann die Reichweite über 350 km betragen bei einem Verbrauch von 16 kWh / 100 km. Der Rechner im Auto zeigt dann übrigens einen Verbrauch von 13,5 kWh/100 km, so dass das Laden ca. 20% mehr Strom nimmt als im Auto tatsächlich genutzt wird.

Der Durschnittliche Stromverbrauch seit dem Betriebsanfang beträgt nun 19,2 kWh/100 km.

Wenn dann offensichtlich die Temperatur den Stromverbrauch des Dorfmobils beeinflusst, ist es interessant zu sehen, wie dieser Stromverbrauch in Abhängigkeit der Temperatur aussieht. Dazu haben wir die durchschnittliche Monatstemperatur in Neuruppin genommen, die im Internet zu finden war. Im Winter sehen wir den Effekt der Heizung und bei höheren Sommertemperaturen sehen wir den Effekt der Klimaanlage auf den Stromverbrauch.
Der Stromverbrauch hängt außerdem noch stark vom Fahrstil der Nutzer ab und zum Beispiel von der Nutzung der „ECO“ Option und von der Energierückgewinnung beim Bremsen („Einpedalfahren“). Deswegen gibt es auch eine Spreizung des Stromverbrauchs in dieser Grafik. Variationen der Temperatur während des Monats tun dann ihr Übriges. Trotzdem ist der Temperatureffekt recht deutlich sichtbar.

Die Daten dieses Statusberichtes können Sie hier als Tabelle herunterladen: DorfmobilStatusberichte.numbers-Statusbericht. Die Grafiken finden Sie hier auch als PDF:DorfmobilStatusbericht

Ausführlicher Statusbericht zum 21.02.2021: Ein Jahr Dorfmobil Barsikow

Der Dorfverein ,Barsikow e.V.’ – Arbeitsgruppe Dorfmobil – erstattet regelmäßig einen Erfahrungsbericht über das Dorfmobil in Barsikow. Dieser Bericht wurde erstellt nach Ablauf des ersten Betriebsjahres.

Nutzer:Innen

Es haben sich im ersten Betriebsjahr insgesamt 31 Nutzer:Innen registrieren lassen, davon schon 28 im ersten halben Jahr. Die Entwicklung der Anzahl der registrierten Nutzer wird in diesem Bild grafisch dargestellt. Ein registrierter Nutzer hat sich als Nutzer abgemeldet, so dass noch 30 aktive Nutzer registriert sind.

Allerdings haben 16 dieser Nutzer:Innen ihren Führerschein nicht nach den vorgeschriebenen 6 Monaten neu validieren lassen, so dass sie nicht ohne Validation ein Nutzungsrecht haben. Es gibt zum 20.02.2021 also nur noch 14 Nutzer mit Nutzungsrecht.

Insgesamt haben 22 von diesen 31 registrierten Personen das Dorfmobil im Laufe des Jahres tatsächlich genutzt. Von den 31 registrierten Nutzer:Innen haben 15 ihren ersten Wohnsitz in Barsikow. Von den 22 tatsächlichen Nutzer:Innen haben 12 ihren ersten Wohnsitz in Barsikow, 7 haben hier ihren zweiten Wohnsitz oder Verwandte in Barsikow, so dass wir diese zu den „Festen Gästen“ zählen. Weitere 3 Nutzer wohnen außerhalb von Barsikow und werden nicht als Feste Gäste gesehen. Gerade in den Sommermonaten ist bei Besuchern und Feriengästen ein Bedarf da, das Dorfmobil zu benutzen. Damit hat das Dorfmobil auch touristische Relevanz.

Die Verteilung der Nutzer:Innen über die Geschlechter ist ziemlich ausgewogen, insbesondere bei den tatsächlichen Nutzer:Innen, wo Frauen 45% der Gruppe ausmachen.

Das Altersprofil der registrierten Nutzer und der Nutzer, die tatsächlich das Dorfmobil benutzt haben, zeigt, das es in (fast) allen Alterskategorien Nutzer gibt. Es war wohl zu erwarten, dass die jüngere Gruppe unter 50 sich einer solchen neuen Entwicklung öffnen würde. Offensichtlich ist die Gruppe über 60 bereit, damit zu experimentieren und hat wahrscheinlich auch Zeit dazu. Dazwischen scheint eine Gruppe zu sein, die (noch) kein oder wenig Interesse gezeigt hat.

Als Zielgruppen wurden am Projektanfang 6 Gruppen definiert. Die 22 Personen, die das Dorfmobil tatsächlich genutzt haben, verteilen sich wie folgt über diese Nutzergruppen:

Die Einteilung in diese Kategorien wurde von der Arbeitsgruppe eingeschätzt. Die Nutzer:Innen wurden nicht alle befragt. Die Kategorien E und F wurden auf Grund von Corona nicht beworben.

Das „MOQO“ Reservierungssystem führt eine Statistik über die Buchungen aller Nutzer:Innen. Wie das oft in solchen Analysen der Fall ist, sorgt ein kleiner Teil der Nutzer:Innen für die Mehrheit der Buchungen. In unserem Fall zeichnen 5-6 Nutzer:Innen für 80% der insgesamt 462 Buchungen. Dabei zählt das System alle Buchungen, auch stornierte Buchungen zum Beispiel, wenn der Nutzer nach der Nutzung noch etwas im Auto vergessen hatte und darum noch mal buchen musste, um Zugang zum Fahrzeug zu bekommen. Insgesamt werden ca. 8% der Buchungen storniert. Diese Ungenauigkeit würde aber die Schlussfolgerung nicht ändern.

Nutzung des Dorfmobils

Die Nutzung des Dorfmobils wird gemessen in Stunden und in gefahrenen Kilometern. Der Stundentarif dient dazu, die festen Kosten des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes „Dorfmobil Barsikow“ zu bestreiten. Diese betragen € 226,33 pro Monat. Bei einem Tarif von 1,99 pro Stunde sind also 114 Nutzungsstunden pro Monat notwendig, um diese Kosten zu decken oder 26 Stunden pro Woche.

Die tatsächliche Zahl der Nutzungsstunden ist – mit Ausnahme der Sommermonate Juni – Oktober deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Frühling 2020 und der Winter 2020/21 wurden stark von der Corona Krise beeinträchtigt. Dadurch sind viele Fahrtziele und Ausflüge weggefallen und gemeinsame Ausfahrten waren nicht möglich. Außerdem kann die Pandemie die Nutzer:innen verunsichert haben, ein Auto mit anderen zu teilen. Trotzdem ist ein Sommer/Winter Profil in der Nutzung zu erwarten, wenn auch nur durch die deutliche Zunahme der „Festen Gäste“ in der Sommerzeit.

Die Anzahl der Buchungen pro Woche folgt einem ähnlichen Profil, die Untergrenze ist eine Handvoll, die Obergrenze etwas über 15 Buchungen pro Woche.

Eine Nutzung dauert im Durchschnitt 2 Stunden und 17 Minuten.

Die gefahrenen km werden im Prinzip gegen die geschätzten variablen Kosten abgerechnet, so dass diese Zahl wirtschaftlich nicht so wichtig ist. Für den Umwelteffekt spielt diese Zahl dagegen die größte Rolle. Am 20. Februar standen insgesamt (kumulativ) 14.665 km (nach dem ersten Halbjahr 7.900 km) Nutzung zu Buche. Die Arbeitsgruppe hatte die gefahrenen km am Anfang des Projektes auf 10.000 km pro Jahr geschätzt. Diese Zahl konnte wohl deutlich übertroffen werden. Der Tacho steht auf 15.111 km, davon sind 446 km als Dienstfahrten verbucht, zum Beispiel, um das Dorfmobil vom Lieferanten in Berlin nach Barsikow zu bringen oder für Werkstattbesuche und Testfahrten.

Pro Buchung werden im Durchschnitt ca. 35 km gefahren; pro Nutzungsstunde ca. 15 km.

Energieverbrauch

Der Stromverbrauch des Dorfmobils wird vor der Ladeeinrichtung gemessen, so dass der Eigenverbrauch der Wallbox dabei mitgerechnet wird. Im Fahrzeug kann man ablesen, wie viel das Dorfmobil selber gebraucht. Dieses variiert von ca. 14 kWh/100 km im Sommer bei sparsamem Fahren bis ca. 24 kWh/100 km im Winter.
Insgesamt hat das Dorfmobil im ersten Jahr 3032 kWh Strom verbraucht, was im Durchschnitt 20,1 kWh/100 km bedeutet. Im August/September lag der Wert für Auto plus Ladeeinrichtung bei ca. 17,3 und im Dezember/Januar bei ca. 26,5 kWh/100 km.
In der Periode Mai-August war die Ladeeinrichtung offensichtlich nicht in Ordnung, so dass der tatsächliche Stromverbrauch des Betriebes um rund 43% über der erwarteten Menge lag. Nachdem Ende August eine neue Wallbox installiert wurde, passte der Energieverbrauch besser. Wir haben seitdem keine Messungen mehr ausgeführt, um den Verbrauch von Auto und Ladeeinrichtung getrennt festzustellen.
Bei einem Strompreis von 30,24 Cent pro kWh bedeutet der Durchschnittsverbrauch von 0,201 kWh/km Stromkosten ca. 6,1 Cent/km, so dass bei unserem Tarif von 10 Cent pro km noch ein kleiner Beitrag zu den festen Kosten geleistet wird. Ein kleiner Teil soll noch in eine Rückstellung für Reifen usw. fließen. Diese Rückstellung wird übrigens hier in der wirtschaftlichen Tabelle nicht berücksichtigt.

Verfügbarkeit

Das Dorfmobil war in seinem ersten Jahr insgesamt 11,2% der Zeit in Nutzung und 1,1% der Zeit nicht verfügbar wegen kleinerer technischer Probleme (s. unten). Es bleiben also noch 88,7% für die weitere Nutzung zur Verfügung!

Wirtschaftlichkeit des Geschäftsbetriebes „Dorfmobil Barsikow“

Die wirtschaftlichen Ergebnisse des Geschäftsbetriebes für das erste Jahr werden in der Tabelle im Anhang zusammengefasst. Das monatliche Betriebsergebnis für die ersten 12 Monate wird hier grafisch dargestellt:

In der Periode Mai-Oktober konnte der Betrieb schwarze Zahlen schreiben. Der kumulierte Überschuss ist am 20.02.2021 ca. € 259. Die Gewinne ab Mai kamen zustande, weil die variablen Kosten geringer waren als die empfangene variable Vergütung, so dass damit auch teilweise fehlende Nutzungsstunden kompensiert werden konnten. Die Sonderposition für die Periode Mai bis August wird im Anhang 1 erklärt.

Technische Herausforderungen

Wir hatten in diesem Jahr ein paar technische Herausforderungen:

  1. Eine Batterieklemme an der kleinen 12V-Batterie war lose (zu groß). Als wir das Auto nicht in der üblichen Art öffnen konnten, wurde die Hilfe von Renault benötigt. Diese schickte den ADAC, der das Problem erstmal zu lösen schien. Als das Problem am Samstag, den 2.5., zum zweiten Mal auftrat, ließ Fahrzeugwart Wilfried Kunze das Auto von der Werkstatt abholen. Am späten Nachmittag des 4.5. war es wieder einsatzbereit. In der Werkstatt wurde eine übergroße Polklemme an der kleinen Zusatzbatterie festgestellt. Dadurch fehlte der Strom für die Bordsysteme. Das Problem wurde in der Werkstatt erstmal behoben, bedurfte aber einer Nachbesserung vom Fahrzeugwart, um endgültig gelöst zu sein.
  2. Hartnäckiger war ein Problem an der Ladestation (=Wallbox): Der Stromverbrauch war 43% höher als die von der Ladestation abgelieferte Strommenge. Außerdem schaltete anfangs ab und zu, später immer der FI-Schutzschalter am Konsum die Wallbox aus, wenn das Fahrzeug an die Ladestation angeschlossen wurde. Offensichtlich gab es ein Problem mit der Ladestation, so dass diese an den Lieferanten zurückgeschickt wurde. Dieser hat uns eine brandneue Anlage geschickt, die wir am 14. August 2020 angeschlossen haben. Leider war damit das Problem mit dem FI Schutzschalter noch immer vorhanden. Als unser Elektriker diesen Schutzschalter durch einen anderen Typ ersetzt hatte (Das alte Modell war ein Eaton xPole PXF 40/4/003-A; das neue Modell ist ein GE Elfa 604208), war auch dieses Problem behoben. Jetzt haben wir also, 6 Monate nach Inbetriebnahme, ein funktionierendes Ladesystem. Für eine Prüfung des Eigenverbrauchs der Wallbox ist die Zeit noch zu kurz gewesen. In der Zwischenzeit wurde das Dorfmobil über eine Schuko-Steckdose gleich neben der Ladestation aufgeladen. Pro Ladestunde konnten so 17 km Reichweite hinzugewonnen werden. Das ist nicht üppig, reichte für unsere Bedürfnisse bis Mitte August 2020 aber vollkommen aus.
  3. Im Januar 2021 ist es zweimal passiert, dass die 12V Batterie leer war, als ein Nutzer das Auto benutzen wollte. Die Ursache war einmal, dass die Beleuchtung des Fahrzeugs nach der Nutzung eingeschaltet geblieben war (Lichtschalter nicht auf „Auto“). Das zweite Mal war nicht mehr sicher zu rekonstruieren, aber wahrscheinlich war die 12 V Batterie durch ein Parklicht erschöpft. Es wurde eine Prozedur entwickelt, diese Problematik schnell zu lösen, wenn sie wieder auftritt. Ab Eintreffen des Fahrzeugwartes (oder dessen Stellvertreter) sollte das nun weniger als 10 Minuten kosten.

Im Ergebnis war das Dorfmobil 4 Tage lang nicht zur Verfügung wegen der Probleme mit der 12V Batterie und 4 Stunden durch die Entladung der selben Batterie durch Anlassen der Beleuchtung nach der Fahrt. Insgesamt war das Auto 100 Stunden oder 1,1% nicht verfügbar im ersten Betriebsjahr.

Weitere Entwicklung

Obwohl der Betrieb im ersten Jahr kostendeckend war, bleibt das Projekt doch hinter den Erwartungen zurück. Als Hauptgrund dafür sehen wir die direkt nach Inbetriebnahme beginnende Corona-Pandemie mit ihren massiven Einschränkungen. Im Sommer hat sich das mit den Lockerungen etwas relativiert, aber im Herbst und Winter 2020 war mit dem neuen Lockdown wieder ein großer Effekt zu sehen. Nicht nur gab es Vorbehalte gegen die Nutzung sondern vor allem auch, weil potentielle Nutzer einfach keine Fahrziele hatten.

Für die Zeit nach der Pandemie wird die Arbeitsgruppe neue Initiativen entwickeln, um die Nutzung weiter zu stimulieren.

Die Arbeitsgruppe Dorfmobil Barsikow

Fabio Meister, Vorsitzender
Willem Schoeber, stellv. Vorsitzender
Wilfried Kunze, Fahrzeugwart
Anna Funke, Kommunikation
Miguel Plonczak, Verschiedenes
Gritta Rösing, Verschiedenes

Anhang 1: Wirtschaftlichkeit

Anhang 2: Kennzahlen

Fußnote

Die Stromkosten für Mai bis August sind geschätzt. Zum überwiegenden Teil wurde über ein Schuko Steckdose geladen und dieser Strom wurde nicht gemessen. Dieser nicht gemessene und nicht in Rechnung gestellte Strom wurde trotzdem in die Berechnung aufgenommen, um ein realistisches Bild der Kosten zu haben. Der Vorteil des nicht gezahlten Stroms wird unter „Sonderposition“ dann gegengerechnet.

Den ausführlichen Statusbericht nach einem Betriebsjahr (21.02.2021) können Sie auch als PDF herunterladen: StatusberichtDorfmobil20210220